Der erste Corona Lockdown und die Jagd nach Atemschutzmasken

Im März kurz vor dem ersten Lockdown wollte ich noch Atemschutzmasken kaufen und eine FFP3 Maske ergattern. Es war jedoch unmöglich. Ich lief zu Apotheken und Drogeriemärkten, nirgends konnte ich fündig werden.

Dann entdeckte ich eine Seite mit Masken im Internet. Dort habe es alles: FFP3 Schutzmasken, FFP2 Masken und auch noch Schutzanzüge und Brillen. Zahlen musste man mit Kreditkarte, die Lieferung sollte dann innerhalb einer Woche geschickt werden.
Ich entschied mich für günstige FFP2 Masken, da diese angeblich schon gegen den Virus helfen sollten. Jedoch war ich nach meiner Odyssee durch die Wiener Apotheken skeptisch und rief vorher im Internet-Unternehmen mit den Masken an. Es gab eine Telefonnummer und sicher ist sicher, dachte ich mir.

Das Telefon wurde abgenommen, ich erkundigte mich nach den Lieferfristen und ob die Firma die Masken lagernd hätte. Und siehe da: Keine der angebotenen FFP2 oder FFP3 Masken waren lagernd! Die Lieferfrist konnte nicht exakt determiniert werden, aber sie konnten die Information noch nicht ins Internet stellen. Gott sei Dank, dachte ich, habe ich nicht einfach bestellt und mit Kreditkarte bezahlt! Mein Geld wäre weg gewesen und die Masken hätte ich vielleicht erst Monate später erhalten.

Ich musste also feststellen, dass auch im Internet die Masken ausverkauft waren, aber was nun? Wo konnte man Schutzmasken kaufen? Zufällig hatte ich noch eine Arbeitsmaske im Haus, die ursprünglich als Baustellen-Maske herhalten sollte. Ich untersuchte sie nun genau, es war eine FFP2 Maske. Es war eine absolut absurde Situation, der ich mich gegenübergestellt sah.

An den ersten Tagen des Lockdowns verwendete ich dann diese FFP2 Maske. Jedoch entpuppte sie sich als ein wahrlich umständliches Produkt. Das Atmen war sichtlich erschwert und meine tropfende Nase konnte ich nicht mehr putzen. Meine Nase rann und alles zusammen fühlte sich gar nicht gut an. Ich trug diese Maske nur einen Tag, dann war es mir zu anstrengend. Die Vorstellung, man müsste diese Apparatur nun für immer tragen, war nicht vorstellbar.

Nach ein paar Wochen erhielten wir gratis Masken im Supermarkt und konnten diese auch zu Hause und im Alltag verwenden. Es waren zwar Masken, die nur aus einer Schicht Stoff bestand, wie OP-Masken, und im viralen Sinn keinerlei Schutz boten, sie fühlten sich jedoch wesentlich angenehmer am Kopf an. Sie waren leicht auf der Nase zu tragen und ließen ausreichend Luft durch.

Ja, man wird sich des Atmens wieder bewusst. Ging es bis dato vom Körper automatisch, so ist nun das Einatmen und Ausatmen eine bewusste Handlung und das Hirn denkt mit. Der Vorgang verbindet mit der Umwelt, gleichzeitig wird der ausgestoßene Atem erkannt/gerochen/wieder eingeatmet. Der Prozess als solches ist im Fokus und plötzlich wird auch die unsichtbare Luft ein wichtiges Gut. Im Grunde aber gibt es keine Atemschutzmasken. Man kann sich nicht vor dem Atmen schützen. Man MUSS atmen. Vielleicht kann man sich vor dem ausgestoßenen Atem anderer schützen, jedoch ist dies auch etwas sehr Seltsames.